veröffentlicht in systhema 16 (1)
Insoo Kim Berg & Yvonne Dolan (2001). Tales of Solutions. A collection of Hope-inspiring Stories. New York, London: Norton & Company, 185 S., $ 28,--.
Insoo Kim Berg, diesmal mit Yvonne Dolan, legt ein neues
Buch vor, das mehr als den Prinzipien und Prämissen lösungsorientierter Therapie gewidmet ist. Das Anliegen der
Autorinnen ist, den bemerkenswerten Fällen, die TherapeutInnen im Gedächtnis
sind, Raum zu geben und sie in einen Rahmen professioneller Reflexion unter
lösungsorientierten Gesichtspunkten zu stellen. Es ist weniger ein
beschreibendes als – wie der Titel verheißen lässt – ein erzählendes Buch:
Geschichten von TherapeutInnen und KlientInnen; Geschichten, die Leben verändert haben; Geschichten von
gegenseitiger Inspiration; von entscheidenden kleinen Kicks mit großen Folgen;
von kleinen Schritten in zunächst aussichtslos scheinenden Situationen; vom Etwas-Ganz-Anders-Machen,
vom Wundern, von Arbeit mit Kindern und Erwachsenen, von Bezugsrahmen der
Klientinnen und von professionellem Umgang damit.
Der Aufbau des Buches und die Auswahl der Geschichten
ist orientiert an lösungsfokussierten Vorgehensweisen. Prämissen von Hoffnung
und Respekt, Methoden wie der Wunderfrage, der Frage nach Ausnahmen, Skalieren,
Komplimentieren, der Position des Nicht-Wissens u.a. sind jeweils ein Kapitel
(insgesamt zehn) gewidmet. Die Autorinnen erzählen eigene Fallgeschichten
und lassen Geschichten von
TherapeutInnen aus der ganzen Welt erzählen. In ihren Kommentaren wird Respekt
vor KlientInnen sowie vor KollegInnen spürbar. Die Geschichten werden durch das Erstaunen, ja Wundern über
die Kraft und die Lösungen von Klientinnen lebendig.
Im Buch verbinden sich beeindruckend Information und
Erläuterung mit Haltung und Respekt sowie der Reflexion der Weiterentwicklung der
eigenen therapeutischen Haltung. Deutlich wird - darin liegt für mich
entscheidende Wert des Buches -, dass lösungsorientiertes Arbeiten nicht geht
ohne Empathie.
Das Buch liest sich auch im Englischen klar
verständlich, mit Genuss und inspiriert
zum weiteren „Stroh zu Gold spinnen“. Ich wünsche dem Buch viele LeserInnen und
eine deutsche Ausgabe.
Cornelia Tsirigotis (Aachen)